„Search inside yourself“ – Antistressguide für Skeptiker

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Sie können nicht abschalten? Und Sie halten nichts, aber auch gar nichts von Entspannungstechniken?
Und beim Wort Meditation läuft es Ihnen kalt den Rücken runter?

Dann sind Sie ein Kandidat für Chade-Meng Tan und sein „Search inside yourself“.
Meng, wie er von Freunden und Lesern genannt wird, ist Softwareingenieur bei Google. Dort ermöglicht man den Mitarbeitern 20 Prozent ihrer Arbeitszeit an freien Projekten zu arbeiten. Gemeinsam mit anderen Kollegen bei Google, aber auch mit Prominenten wie Daniel Goleman (Autor des Bestsellers: Emotionale Intelligenz), Zenmeister Mathieu Ricard und dem Stressreduktionspapst Jon Kabat-Zinn entwickelte Meng das Programm „Search inside yourself“, mit dem er Google-Mitarbeiter im Leben und im Beruf erfolgreicher machen wollte. Und gleichzeitig den Weltfrieden sichern.
Herausgekommen ist dabei nicht nur eine Seminarreihe rund um Achtsamkeit und emotionale Intelligenz, die seit 2007 bei Google mehr als erfolgreich läuft, sondern auch ein Buch.
Als Ingenieur geht Meng die Sache mit dem persönlichen Glück und dem Weltfrieden wissenschaftlich an.

Esoterische Zwischentöne wird
man in „Search inside yourself“
vergeblich suchen.

Und bringt auch gleich die Ergebnisse von Studien, die seine Behauptungen belegen.
Esoterische Zwischentöne wird man in „Search inside yourself“ vergeblich suchen.
Dagegen finden sich selbstironische Kapitelüberschriften wie: „Sogar Ingenieure gedeihen mit emotionaler Intelligenz.“
Oder: „Atmen Sie, als hinge Ihr Leben davon ab.“

„Durch Training verändern Sie
die Struktur Ihres Gehirns, und
das gilt sogar für Ingenieure“,

Und wenn Glück die Grundeinstellung des Geistes ist, wie Meng an sich selbst erfahren hat, dann gilt es doch einfach nur die Werkseinstellungen wieder zurückzusetzen.

„Durch Training verändern Sie die Struktur Ihres Gehirns, und das gilt sogar für Ingenieure“, lautet seine Botschaft.
„Search inside yourself“ ist witzig, sachlich, praxisnah und absolut „easy reading“. Der ideale Glücksguide für Skeptiker und Nicht-Esoteriker.
Und hier könnt ihr „Search Inside Yourself: Das etwas andere Glücks-Coaching“ bei Amazon bestellen.

Hier gibt’s noch ein (leider englisches) Video-Seminar mit Meng

„Jede Menge Stress!“ – Hausgemacht?

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Manchmal glaube ich, dass Stress in unserer Gesellschaft zum guten Ton gehört. Wer Stress hat, der ist wichtig. Wer Stress hat, der ist gefragt und begehrt. Wer keinen Stress hat, der kann auch keine Bedeutung haben. Oder?

Hören sie ruhig einmal hin, wenn zwei alte Bekannte sich beispielsweise beim Einkauf treffen. „Wie geht’s?“ „Oh Stress!“ ist da die häufigste Antwort.

Zumindest einer der beiden beschreibt dann noch gleich vollmundig die ganzen, unglaublich wichtigen Dinge, die zu erledigen sind. Meistens sogar mit einem Jammerton in der Stimme, der regelrecht Mitleid erregt.

Manchmal habe ich das Gefühl, dieser ganze, zum größten Teil hausgemachte Stress dient nicht nur der Bestätigung der eigenen Bedeutsamkeit. Sondern dieser Stress ist gleichzeitig auch eine wichtige Stütze um den Tag zu strukturieren.

Horchen Sie einmal in sich hinein:

Wie fühlt es sich an, zu sagen
„Ich habe ausreichend Zeit,
um die Dinge zu tun die ich mag?“

Und nicht zu stöhnen: „Ich habe jede Menge Stress.“
Solche Sätze sind ein wenig gewöhnungsbedürftig – nicht wahr? Macht ihnen dieser Satz obendrein nicht auch ein bisschen Angst?

Denn: Was passiert da eigentlich, wenn ich auf einmal zu viel Zeit habe?

Kann ich die entstandene Leere überhaupt kreativ nutzen? Oder quält mich dann auf einmal eine fürchterliche Langweile?

Muss ich dann etwa die Zeit totschlagen?

Wir kennen diesen Zustand alle aus Erzählungen. Vom Topmanager beispielsweise, der in den Ruhestand ging und völlig unzufrieden war, weil er unfähig war, das Vakuum der vielen freien Zeit zu füllen. Weil er einfach auch niemals gelernt hatte, die Seele baumeln zu lassen.  Weil er jahrzehntelang starken Reizen ausgesetzt war und irgendwann völlig abhängig von diesen Reizen geworden ist.

Wir kennen aber auch die Geschichten
von Müttern, die sich jahrelang für
ihre Kinder gevierteilt haben

 

Viele dieser Mütter aus diesen Geschichten sind dann, als die Kinder aus dem Haus gegangen sind, in eine tiefe Depression hineingerutscht sind.

Ändern Sie doch einfach einmal ihren Blickwinkel.

Und zwar mit dem Satz: „Ich habe ausreichend Zeit um die Dinge zu tun die ich mag“. Sagen Sie ruhig einmal im Gespräch: „Es geht mir gut, ich habe sogar ausreichend Zeit, noch dieses oder jenes zu tun“.   Fühlt sich das nicht toll an? Ich jedenfalls finde, hinter einem solchen Satz steckt ein ungeheurer Luxus!

Was meinen Sie?