„Bergauf mit Rückenwind“, Willenskraft effizient einsetzen

„Blick ins Buch“ bei Amazon

Sie haben einen Plan erstellt wie und wann Sie aufräumen wollen? Und kaum ist Ihr Plan fertig, lehnen Sie sich zufrieden zurück und sind der Meinung, Sie haben genug getan?

Da sind sie nicht der oder die Einzige.
„Moral Licensing“ nennt die amerikanische Psychologin Kelly McGonigal diesen Effekt. In ihrem Buch „Bergauf mit Rückenwind“ hat sie dem „Moral Licensing“ ein ganzes Kapitel gewidmet.

Wer „brav“ war, etwas „Gutes“ getan hat, oder sich „tugendhaft“ verhalten hat, ist fast immer der Meinung, er habe eine Belohnung verdient. Dies jedenfalls haben amerikanische Psychologen und Verkaufsspezialisten in zahlreichen Studien festgestellt. Und diese Belohnung wird er sich gönnen, auch wenn er damit seinen ursprünglichen Interessen zuwiderhandelt. Tja.

Tugendhaftigkeit verlangt Belohnung

„Bergauf mit Rückenwind“ heißt das Buch in dem Kelly McGonigal, Psychologin an der renommierten amerikanischen Stanford-University die aktuellen wissenschaftlichen Ergebnisse zum Thema Willenskraft zusammengetragen hat. Und als Wissenschaftlerin hat sie natürlich jede einzelne ihrer Thesen belegt.

  • Wussten Sie schon, dass Ihr innerer Schweinehund leichtes Spiel hat, wenn Sie müde oder hungrig sind?
  • Oder, dass Sie ihn mit Hilfe von Bewegung und Meditation zähmen können?
  • Dass Sie Ihre Willenskraft wie einen Muskel trainieren können?

Das Buch ist aus einem zehnwöchigen Kurs entstanden, den Kelly McGonigal für ihre Studenten konzipiert hat. So ist auch „Bergauf mit Rückenwind“ ein Mitmachprogramm, bei dem sich allerdings jeder seine ganz individuellen Problembereiche heraussuchen darf.

Zehn-Wochen-Mitmachprogramm

„Bergauf mit Rückenwind“ ist die Pflichtlektüre für jeden, der sich immer wieder fragt, warum er all das nicht tut, von dem er genau weiß, dass er es eigentlich tun sollte, um seine Ziele zu erreichen.

Bergauf mit Rückenwind: Willenskraft effizient einsetzen von Dr. Kelly McGonigal Taschenbuch 8,99 Euro /E-Book 7,99 Euro ISBN(Taschenbuch): 978-3442172870

Wo ist der verdammte Schlüssel? – Vom Verlieren und Wiederfinden

Schlüssel verlegt?
Ein Problem, das so bekannt ist, dass sich sogar Wissenschaftler damit beschäftigen.

Thomas R. Fanshawe, Medizinstatistiker aus Oxford, hat in der vergangenen Woche im englischen Wissenschaftsmagazin Royal Society Open Science“ die Chancen ermittelt das vermisste Teil wieder zu finden.

Dabei versucht er die Frage zu beantworten, wie lange man suchen sollte wenn der vermisste Schlüssel nicht auftaucht. Und an welchen Punkt man die Suche abbrechen sollte, weil sie ab dann nämlich zeitlich und wirtschaftlich uninteressant wird.

Als Statistiker der Fanshawe ist, wendet er den Satz von Bayes an und kommt durch diese, für Normalsterbliche wie mich leider unverständliche Gleichung,

 P(A \mid B) \; = \; \frac{P(B \mid A) \cdot P(A)}{P(B \mid A) \cdot P(A) + P(B \mid A^c) \cdot P(A^c)}

zum Schluss, dass sich die Sucherei meistens länger lohnt, als man meint.

Ein Schluss, der nachzuvollziehen ist. Denn schließlich wird die Wahrscheinlichkeit den verlorenen Schlüssel zu finden immer größer, je mehr Orte man inzwischen vergeblich abgeklopft hat.

Mein Tipp zum verlorenen Schlüssel:

Bringen Sie einfach in unmittelbarer Nähe der Haustüre einen Haken an, und trainieren Sie, immer gleich wenn sie durch die Türe treten, Ihren Schlüssel an diesen Haken zu hängen

Geduld zahlt sich dabei aus. Es dauert ungefähr sechs Wochen bis Sie die Bewegung mit der Sie den Schlüssel an den Haken hängen automatisiert haben. Dann dürfen Sie den Satz von Bayes aber dafür  auch schon wieder vergessen….. 😉

Geduld zahlt sich aus-
das Automatisieren der Bewegung dauert sechs Wochen

Wenn Sie diesen Trick dann perfektionieren wollen, installieren Sie einfach an der Haus- oder Wohnungstüre einen  „Startbereich“.

Der Startbereich kann ein ein einfaches Tablett sein, auf dem Sie alle Dinge deponieren, die sie normalerweise aus der Hosentasche kramen und irgendwo in der Wohnung ablegen – Geldbeutel, Schlüssel, Handy, Fernsteuerung fürs Garagentor.

Der Startbereich kann auch eine kleine Kommode sein, in der jedes Familienmitglied seine eigene Schublade hat. Dort können auch die Ladestationen für die Smartphones der Familie untergebracht sein.

Foto: forbiddenarts via morguefile.com