Wie essen wir im Jahr 2030?

 Schweinebraten aus der Tube? Der voll mineralisierte, vitaminangereicherte kalorienoptimierte Mittagsdrink? Oder gar „Soylent green“?
Oooch nee – Bitte nicht.

Aber auch wenn die Zukunft in Science-Fiction-Romanen und Filmen oft düster ausgemalt wird, wir haben gute Chancen, dass Essen und Trinken auch in 15 Jahren noch Spaß machen wird. Sagt die neue Nestlé-Zukunftstudie.

Folgende Ess-Trends haben sich bei der Zukunftsstudie von Nestlé herauskristallisiert:

  • Eine Gesellschaft in der eine der Hauptfunktionen des Essen lediglich darin besteht, als Energielieferant für die tägliche Leistungsfähigkeit zu sorgen, schreckt 79 Prozent der Teilnehmer Wie essen wir in 30 Jahren?an der Studie ab.
  • Ebenfalls nicht beliebt ist das Szenario des unkomplizierten Sattwerdens in einem virtuellen Umfeld – also der ausschließlichen Ernährung mit Riegeln und Pulvern. Dazu ist den Menschen das soziale Umfeld und der Genuss beim Essen zu wichtig.
  • Ernährung wird aber ressourcenschonender sein als bisher. Favoriten sind dabei regionale Bioprodukte. Viele der 1000 Befragten der Studie können sich auch vorstellen, dass im Jahr 2030 Lebensmittel weltweit gerechter verteilt sein werden. Ein gutes Drittel der Befragten sind durchaus auch bereit, sich von Insekten-Burgern, Algenprodukten oder In-Vitro-Fleisch aus dem Labor zu ernähren – Hauptsache es sieht nach Gewohntem aus.

 

Ernährung wird zunehmend zu
einer Frage der Weltanschauung.

  •  Weltanschauung auch, was den gesundheitlichen Wert des Essens angeht: Gesunde und ausgewogene Ernährung wird dem Menschen der Zukunft sehr viel wichtiger sein als heute.  Viele Studienteilnehmer glauben gar, dass sie damit den Besuch beim Arzt fast überflüssig machen können. Und damits in der Zukunft auch klappt mit der gesunden Ernährung, werden sie sich per App selbst kontrollieren. Fertiggerichte von hoher Qualität, kommen bei ihnen aber ohne weiteres auf den Tisch, vorausgesetzt sie haben eine positive Wirkung auf die eigene Gesundheit.
  • Vielen Menschen ist aber vor allem aber der Genuss beim Essen und beim Einkauf wichtig.
  • Gemeinsames Kochen und Essen wird zu einer beliebten Ernährung als WeltanschauungFreizeitgestaltung werden. Vor allem im städtischen Bereich werden Mietküchen entstehen, in denen Freunde gemeinsam kochen können.
  • Keep it simple – halte es einfach- gilt für eine weitere Gruppe der Befragten, die Einfaches und Unkompliziertes bevorzugen. Gekocht wird bei ihnen seltener als heute, was nicht zuletzt durch den demografischen Wandel und neue Familienstrukturen bedingt sein wird.  Diese Befragten sind offen für alles, was Zeit spart und empfinden auch Neuerungen wie 3D-Drucker für Fertigmischungen von Frikadellen oder Pizza als positiv.
  • Fertiggerichte und Zutaten für traditionelle Mahlzeiten werden entweder online bestellt oder bei kleinen regionalen Händlern gekauft werden. Der große Supermarkt soll deshalb bald ausgedient haben, so die Zukunftsforscher.

Fotos: Nestlé

Haushaltshelferlein der Zukunft: Der Care-O-bot 4

Hach, wie schön schaut die Zukunft aus. Vor allem für alle diejenigen, die wie ich nicht gerne aufräumen und Hausarbeit grundsätzlich hassen. Der Care-O-bot 4 aus den Labors des Münchner Fraunhofer-Instituts solls möglich machen.

Der neue Care-O-bot der vierten Generation kann nämlich mehr als Rasenmähen, Staubsaugen oder Fenster putzen. Auch Sachen holen, bringen und wieder aufräumen gehört zu den kleinsten Übungen des Care-O-bot 4. Als Koch oder Küchenhilfe soll er ebenfalls große Klasse sein. Ob er sich dann auch schon selbst die Fettspritzer abwischen kann? Immerhin sollte der kleine Kerl, der schließlich mit dem Red-Dot-Design-Preis ausgezeichnet wurde auch auf sein Äußeres achten!

Der Care-O-bot 4 ist modular aufgebaut – je nach Aufgabe kann er so völlig verschieden ausgestattet werden, zum Beispiel mit einem oder zwei Armen, oder auch ohne. Lernfähig ist er auch. Und er soll auch überaus sympathisch und nett sein, sagen die Forscher. Beispielsweise kann er mit einem Kopfschütteln oder Nicken  „Ja“ und „Nein“ sagen. Und wenn der Akku leer wird, dann signalisiert er Herrchen oder Frauchen einfach, dass er müde ist.

Viele der Anwendungsmöglichkeiten für das clevere Kerlchen haben die Forscher vor allem in Zusammenarbeit mit Senioren gefunden. Denn im Zuge des demografischen Wandels sollen ja möglichst viele ältere Menschen möglichst lange selbstständig in ihrer Wohnung leben können. Und dabei kann die moderne Technik helfen. „Ambient Assisted Living” heißt das Zauberwort.

 

Assistent und Alltagshelfer für ältere Menschen

Bei der Suche nach Anwendungsmöglichkeiten ist in den Fraunhofer-Labors unter anderem ein System namens „MoBiNa“ entstanden, das in der Lage ist, über das Signal eines Sturzerkennungssystems auf eine gestürzte Person zuzufahren und über einen Bildschirm, Kamera und Mikrophone den Kontakt zur Notfallzentrale herzustellen.

Darüber hinaus ist der mobile Haushaltshelfer fast schon erschwinglich geworden: Von den 250.000 Euro, die sein Vorgänger, der Care-O-bot 3 gekostet hat, ist der Preis durch ein völlig neu und preisgünstiger konstruiertes Innenleben beachtlich gefallen.

Außerdem lassen sich die Kosten durch die modulare Bauweise beachtlich beeinflussen – in welcher Höhe, darüber schweigen sich die Techniker allerdings derzeit noch aus. Ein fertiger Roboter soll der Care-O-bot 4  jedenfalls noch nicht sein, sagen seine Erfinder. Sondern, er sei im Gegensatz dazu, eher eine „ausbaufähige Forschungsplattform“ für Entwickler und Forschungseinrichtungen weltweit.
Also ganz ehrlich: Bei mir dürfte er jetzt schon einziehen wie er jetzt ist!
Jedenfalls warte ich jetzt sehnsüchtig auf die nächste Generation der Care-O-bots, die dann auch hoffentlich an meinen Geldbeutel angepasst sind.

Foto: Fraunhofer Gesellschaft